Doch warum haben wir Ihnen eigentlich eine Rezeptesammlung aus Streuobstwiesen-Sorten zusammengestellt? Warum kann man nicht einfach die Äpfel und Birnen aus dem Supermarkt verwenden?
Weil die alten Obstsorten eine besondere Bedeutung haben und leider in Vergessenheit geraten sind. Im Gegensatz zum Intensivobstbau, das auf wenige Marktsorten beschränkt ist, bilden die Baumbestände einer Streuobstwiese mit ihrer Sortenvielfalt ein reichhaltiges Genreservoir. Viele alte Obstsorten besitzen gute Resistenzeigenschaften gegen Schorf und Mehltau, eine wichtige Eigenschaft bei der Obstzüchtung. Auch Allergiker profitieren von den alten Obstsorten, da sie aufgrund ihres hohen Polyphenolgehalts oft besser verträglich sind. Polyphenole können die Allergene des Apfels inaktivieren.
Durch den Kauf und die Verwertung von Streuobst tun Sie etwas Gutes für den Naturschutz, denn Streuobstwiesen sind eine bedrohte Kulturlandschaft. Sie bieten zahlreichen Tier- und Pflanzenzarten einen wichtigen Lebensraum. Über 5.000 Tier- und Pflanzenarten können auf einer Streuobstwiese mit extensiver Unternutzung nachgewiesen werden.
Der Erhalt von alten, lokalen Obstsorten ist also gleichzeitig der Erhalt von genetischen Ressourcen, der Erhalt von Lebensräumen für Tiere und Pflanzen und der Erhalt von historischem Kulturgut.
Lassen Sie sich den Naturschutz schmecken und gehen Sie mit uns auf eine kulinarische Reise zur Gräfin von Paris oder zum Rheinischen Krummstiel. Wir wünschen Ihnen viele überraschende Geschmackserlebnisse und einen guten Appetit!